Im Jahre 1891 richtete die Firma I. G. Stickel in der ihr gehörenden Stadtmühle ein Elektrizitätswerk ein, das Strom für Beleuchtung und Kraft lieferte. Wurde vorerst nur der Eigenbedarf abgedeckt, so erzeugte das 1908 von der Stadt übernommene Elektrizitätswerk nebst Wasserwerk Strom für die "Allgemeinheit". Strom für die "Allgemeinheit" hieß Strom für 27 Bogenlampen zur Straßenbeleuchtung sowie 20 halbnächtige sowie 27 ganznächtige Glühlampen. Ferner wurden von privater Seite 900 bis 1000 Glühlampen und 10 Bogenlampen sowie 13 Motoren mit zusammen etwa 55 PS angemeldet und angeschlossen. Wesentlich erhöht wurde die Leistungsfähigkeit des Elektrizitätswerkes, als im Mai des Jahres 1923 eine 96pferdige Wasserturbine eingebaut wurde und eine der beiden alten, fast 23 Jahre gelaufenen Turbinen ablöste. In viermonatiger Arbeit war die Turbine, die 28 Schaufeln mit ¾ Meter Wasserdurchlass hatte, eingebaut und wurde am 8. September in Betrieb genommen. Der Siegeszug der Elektrizität in Schkeuditz war nicht mehr aufzuhalten. 1926 waren es schon 150 Straßenlampen, 40 Motore mit ca. 400 PS und geschätzte 10.000 Glühlampen.


Wurde Gas für die Straßenbeleuchtung nicht verwendet, und logischerweise auch auf den Bau einer Gasanstalt verzichtet, so wurde Schkeuditz im Jahre 1931 doch noch an die Gasversorgung angeschlossen. Erforderlich war dies durch die mittlerweile vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von der Heizenergie bis zur technologischen Nutzung.
Die Energieversorgung boomte mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt Schkeuditz. So wurde bekanntermaßen der Flughafen Halle/Leipzig ständig ausgebaut und 1936 die Autobahn Halle - Leipzig dem Verkehr übergeben.


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